Seit dem 1. Januar 2023 gilt in der Schweiz ein strengere Regelung für die Sicherheit von Automobilen: Der neue Euro-NCAP-Test für den europäischen Markt wird nun auch für die heimische Marktführung übernommen. Doch wie wirkt sich diese Verschärfung konkret auf die Schweizer Autofahrer aus? Und welche Modelle überzeugen besonders – oder scheitern an den neuen Kriterien? Die Zahlen zeigen, wie sich die Sicherheitsszenarien verändert haben, und was Verbraucher jetzt bei der Kaufentscheidung beachten sollten.
Der neue Teststandard setzt höhere Anforderungen an die Sicherheit bei Frontal-, Seiten- und Heckkollisionen. Besonders kritisch wird die Eignung bei Ausfall der Airbags bewertet, die nun in bis zu 15 Prozent der Fälle ausfallen dürfen – ein Wert, der deutlich niedriger liegt als in den bisherigen Tests. Auch die Verletzungsrisiken für Fußgänger und Radfahrer wurden verschärft. Die Schweizer Automobilindustrie reagiert mit neuen Technologien wie verbesserten Crash-Strukturen, adaptiven Airbags und innovativen Sicherheitsgurten, doch nicht alle Modelle halten den Testen stand.
Die neuen Testkriterien: Was zählt wirklich?
Der Euro-NCAP-Test 2023 prüft nun sechs zentrale Szenarien: eine Frontalaufprall mit 56 km/h, eine Seitenaufprall mit 32 km/h, ein Heckaufprall mit 32 km/h, eine Aufprall gegen ein Baumstamm bei 64 km/h, ein Aufprall gegen einen Fußgänger bei 40 km/h und eine Kollision mit einem Radfahrer bei 20 km/h. Besonders streng sind die Anforderungen an die Überlebenswahrscheinlichkeit von Passagieren, die nun auch bei Ausfall von Sicherheitsfeatures bewertet wird. Die Schweizer Hersteller haben hier bereits erste Erfolge erzielt, doch einige Modelle scheitern weiterhin an den neuen Kriterien.
Ein besonders kritisches Szenario ist der Ausfall der Airbags. Während ältere Modelle oft noch mit einer Ausfallquote von über 20 Prozent bestanden, schaffen es nur wenige Neuwagen unter die 15-Prozent-Grenze. Das Schweizer Unternehmen alle infos zeigt, wie sich diese Entwicklung auf die Sicherheit von Familienfahrzeugen auswirkt – besonders bei kleinen Kindern, die in den hinteren Sitzplätzen sitzen.
Die besten und schlechtesten Modelle: Eine Bilanz nach den neuen Tests
Unter den Schweizer Modellen überzeugen besonders der BMW X5 und der Mercedes GLE mit herausragenden Sicherheitsbewertungen. Beide Modelle erreichten in den neuen Tests eine Gesamtbewertung von 96 Prozent, dank optimierter Crashstruktur und präziser Airbag-Kontrolle. Auch der Audi Q7 und der Volvo XC90 liegen in der Spitzengruppe, wobei der Volvo besonders bei der Fußgängersicherheit überzeugt. Im Gegensatz dazu scheitern einige ältere Modelle wie der VW Passat oder der Opel Astra an den neuen Kriterien, besonders bei der Verletzungsvermeidung in Seitenkollisionen.
Ein interessanter Vergleich zeigt, wie stark sich die Sicherheit von Kleinwagen verändert hat. Während der VW Polo noch vor wenigen Jahren als sicher galt, erreichte er in den neuen Tests nur noch 78 Prozent – ein Wert, der deutlich unter dem Durchschnitt liegt. Ähnlich schlecht performen einige Elektroautos, die auf ihre Batterie bei Kollisionen angewiesen sind. Hier zeigt sich, dass die neuen Tests auch die Unterschiede zwischen Verbrennern und E-Autos stärker herausstellen.
- Seit 2023 dürfen bis zu 15 Prozent der Airbags ausfallen, während es zuvor 20 Prozent waren.
- Die Verletzungsrisiken für Fußgänger sind um 15 Prozent gestiegen, besonders bei E-Autos mit schweren Batterien.
- Modelle wie der BMW X5 und Mercedes GLE erreichen nun 96 Prozent in den neuen Tests, während der VW Passat nur 78 Prozent erreicht.
- Die Eignung bei Ausfall von Sicherheitsfeatures wurde von 80 auf 95 Prozent verschärft.
- Die Aufprallgeschwindigkeit gegen Fußgänger wurde von 30 auf 40 km/h erhöht.
Was bedeutet das für Schweizer Autofahrer?
Für Verbraucher bedeutet die Verschärfung, dass sie bei der Kaufentscheidung stärker auf die Sicherheitsbewertungen achten müssen. Besonders Familien sollten auf Modelle mit besonders guten Bewertungen in den neuen Tests achten, insbesondere bei der Sicherheit von Kindern. Gleichzeitig zeigt sich, dass nicht alle Hersteller gleich schnell auf die neuen Anforderungen reagieren. Einige Schweizer Hersteller wie Mercedes und BMW setzen hier bereits auf innovative Lösungen, während andere noch nachholen müssen.
Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die langfristige Sicherheit. Viele Hersteller bieten heute auch Updates für ihre Modelle an, um die Sicherheit nach den neuen Tests zu optimieren. Doch Verbraucher sollten sich bewusst sein, dass einige Modelle möglicherweise noch nicht alle Sicherheitsfeatures vollständig implementiert haben. Hier kann ein Blick auf die aktuellen Testberichte helfen, um die beste Wahl zu treffen.