In Österreich ist die Schwangerschaft und die Zeit danach ein zentraler Lebensabschnitt, der nicht nur körperliche, sondern auch soziale und wirtschaftliche Herausforderungen mit sich bringt. Die Geburt eines Kindes markiert den Beginn einer neuen Phase, in der viele Frauen zwischen traditionellen Rollenbildern und modernen Lebensentwürfen balancieren müssen. Laut Statistik Austria gab es 2022 rund 50.000 Geburten, wobei die meisten Mütter in den ersten Lebensmonaten ihres Kindes noch im Elternteilzeitmodell verbleiben. Besonders spannend ist dabei die Entwicklung der Stillquote: Während die EU-Durchschnittsquote bei etwa 60 % liegt, erreichen österreichische Mütter mit rund 75 % einen deutlich höheren Wert. Doch hinter diesen Zahlen stecken oft komplexe Entscheidungen – etwa die Frage, wie lange man stillt und ob man parallel zur Berufstätigkeit zurückkehrt.

Die Vielfalt der Elternzeitmodelle

In Österreich ist die Elternzeit flexibel gestaltet: Die gesetzliche Regelung sieht vor, dass Eltern insgesamt bis zu 14 Monate Elternzeit in Anspruch nehmen können, wobei die Hälfte davon als Vollzeit und die andere Hälfte als Teilzeitmodell genutzt werden kann. Besonders interessant ist das sogenannte „Elternzeitmodell Plus“, das es ermöglicht, die Zeit nach der Geburt flexibel zu gestalten – etwa durch eine Kombination aus Teilzeitarbeit und Elternzeit. Laut Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend nutzen rund 70 % der Mütter dieses Modell, um sich und ihr Kind besser zu organisieren. Ein konkretes Beispiel ist die Familie Bauer aus Graz: Die Mutter, die nach der Geburt ihres ersten Kindes nur noch 20 Stunden pro Woche arbeitete, konnte durch die Elternzeit ihre Arbeitszeit um 50 % reduzieren und so die Stillzeit optimal unterstützen.

  • Die Stillquote in Österreich liegt bei etwa 75 %, was über dem EU-Durchschnitt von 60 % liegt.
  • Rund 50.000 Geburten wurden 2022 in Österreich registriert.
  • 70 % der Mütter nutzen das Elternzeitmodell Plus, um Beruf und Familie zu vereinbaren.
  • Die gesetzliche Elternzeit umfasst bis zu 14 Monate, wobei die Hälfte als Vollzeit und die andere als Teilzeitmodell genutzt werden kann.
  • Laut Statistik Austria bleiben viele Mütter in den ersten Lebensmonaten ihres Kindes noch im Elternteilzeitmodell.

Herausforderungen und Unterstützungssysteme

Trotz der guten Stillquoten gibt es auch Herausforderungen: Viele Mütter berichten über finanzielle Belastungen, da die Elternzeit nicht vollständig vom Einkommen der Mutter abhängt. Besonders betroffen sind Frauen mit niedrigem Einkommen, die oft zwischen Armut und den finanziellen Verpflichtungen nach der Geburt kämpfen. Österreich hat jedoch ein robustes Netz an Unterstützungsangeboten: Seit 2021 gibt es das „Kinderbetreuungsgeld“, das Eltern bis zu 1.800 Euro monatlich zahlen lässt, wenn sie ihre Kinder unter drei Jahren betreuen. Zudem bieten viele Gemeinden und Vereine kostenlose Stillberatungen an, etwa durch die spinmama hauptseite – eine Plattform, die Mütter mit praktischen Tipps und Community-Unterstützung begleitet.

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Vereinbarkeit von Stillzeit und Beruf. Viele Unternehmen haben sich verpflichtet, Stillzeiten zu ermöglichen, doch in ländlichen Regionen oder bei kleinen Betrieben fehlt oft die Infrastruktur. Eine Studie der Universität Wien zeigte, dass Frauen, die in größeren Unternehmen arbeiten, deutlich häufiger stillen als ihre Kolleginnen in Kleinbetrieben. Hier zeigt sich, wie wichtig es ist, dass Arbeitgeber:innen aktiv für eine stillfreundliche Arbeitsumgebung sorgen – etwa durch stillfreundliche Räume oder flexible Arbeitszeiten.

Die Rolle der Gesellschaft und der Medien

Medien und gesellschaftliche Normen spielen ebenfalls eine große Rolle bei der Stillentscheidung. Während in den letzten Jahren die Normalisierung des Stillens vorangeschritten ist, gibt es weiterhin Vorurteile, etwa dass Stillen „unpraktisch“ sei oder dass Mütter, die nicht stillen, „unfähig“ seien. Eine Kampagne der Österreichischen Gesellschaft für Stillen und Ernährung (ÖGSE) hat gezeigt, dass nur etwa 20 % der Mütter sich von Freund:innen oder Familienmitgliedern bewerteten, ob sie „gut“ stillten. Stattdessen sollten Mütter sich auf ihren eigenen Körper und ihre Bedürfnisse konzentrieren. Hier setzt auch spinmama an, indem sie Mütter in einem vertrauensvollen Rahmen austauschen lässt und individuelle Lösungen anbietet.

Schließlich ist es wichtig, die Vielfalt der Familienmodelle zu würdigen. Nicht jede Mutter will oder kann stillen – und das ist auch völlig in Ordnung. Die spinmama betont, dass es keine „richtige“ oder „falsche“ Art zu stillen oder zu erziehen. Entscheidend ist, dass Mütter sich wohlfühlen und ihr Kind optimal versorgen können. Ob durch Stillen, Mischfütterung oder andere Methoden – der Fokus sollte darauf liegen, dass jedes Kind die bestmögliche Entwicklung hat.